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Enterprise Meta>Environment
Das Metadatensystem von Ab Initio

Die IT-Infrastruktur ist das zentrale Nervensystem moderner Unternehmen, und das Management muss alles darüber wissen. Welche Informationen fließen durch die IT-Infrastruktur, was stellen diese Informationen dar, wie zuverlässig sind sie, wie fließen sie von einer Stelle zur anderen, wie werden sie verarbeitet und wo werden sie gespeichert? Genau darum geht es bei Metadaten, denn Metadaten sind „Informationen über Informationen“.

Aber es ist nicht ganz einfach, diese Metadaten zu bekommen. Es gibt zwar angeblich Produkte für diese Aufgabe, diese haben aber einen sehr akademischen Ansatz. Und tatsächlich wirft schon der Begriff „Informationen über Informationen“ die Frage auf, was überhaupt „Informationen“ sind. Daher liegt der Schwerpunkt bei diesen Metadatenprodukten auf dem Definieren von Begriffen und deren Beziehungen untereinander. Diese Begriffe sind letzten Endes mit faktischen Informationen verbunden, aber diese Verbindungen sind ausgesprochen locker. Da die Metadaten bei diesen Produkten manuell eingegeben werden müssen, sind sie subjektiv und unvollständig, und sie können durch menschlichen Irrtum verfälscht werden. Zudem sind sie schnell veraltet, da sie den Zustand der realen Systeme, der sich ständig ändert, nur verzögert wiedergeben.

Ab Initio wählt einen ganz anderen Ansatz, indem es den Schwerpunkt auf die betrieblichen Metadaten legt. Betriebliche Metadaten sind sowohl für Geschäfts- als auch für IT-Management verwertbar. Es geht hierbei um die Systeme, die die Daten verarbeiten, sowie um die Anwendungen in diesen Systemen und die Regeln in diesen Anwendungen. Es geht um die Dateien im gesamten Unternehmen, um deren Inhalte und um die Fragen, wie sie entstanden sind, und wer sie verwendet. Es geht um die Qualität der Daten und darum, wie sich die Qualität im Laufe der Zeit geändert hat. Es geht um all die vielen Details in allen IT-Systemen.

Die Ab Initio-Software verbindet diese betrieblichen Metadaten mit Geschäftsmetadaten, d. h. mit geschäftlichen Definitionen der unterschiedlichen Informationen im gesamten Unternehmen, die von Geschäftsanwendern erstellt werden. Das Ergebnis ist ein echtes Metadaten-Management-System für Unternehmen – das Ab Initio Enterprise Meta>Environment (EME).

Ein Metadaten-Management-System für Unternehmen wird von verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt:

  • Der Finanzvorstand muss Aufsichtsbehörden Auskunft darüber geben können, was ein bestimmtes Feld in einem Bericht bedeutet und woher die darin enthaltenen Daten stammen.
  • Der IT-Vorstand möchte alles über die im Unternehmen eingesetzten IT-Systeme, d. h. die Hardware und Software, wissen. Wem gehört dieses System? Von welchen Systemen hängt es ab? Welche Systeme hängen von diesem System ab? Wie hoch ist die Datenqualität auf diesen Systemen und wie ändert sie sich von einem System zum nächsten?
  • Ein Geschäftsanalyst, der eine Bereichsleiterin unterstützt, benötigt ein Unternehmensglossar, mit dem die für eine eilige Analyse benötigten Daten schnell ausfindig gemacht werden können.
  • Die Betriebsmitarbeiter möchten wissen, was heute und in der Vergangenheit in der Produktion geschah. Welche Jobs wurden erfolgreich ausgeführt? Wie viel Zeit haben sie beansprucht? Wie viele Daten wurden verarbeitet? Wie viele freie Kapazitäten sind verfügbar? Wie hoch ist die Qualität der Daten?
  • Der Systemarchitekt befasst sich mit der Gesamtheit der Anwendungen, Datentabellen, Dateien und Messages, die die Systeme des Unternehmens bilden. Wie sind sie miteinander verbunden? Wer erstellt was? Wer liest was? Was hängt wovon ab?
  • Anwendungsentwickler möchten Informationen zu Änderungen an ihrem Code. Wie sehen die Daten aktuell aus? Wer hat was überarbeitet? Wann? Wie? Warum? Was wurde freigegeben? Welche Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen?

Es gibt unendlich viele Fragen dieser Art. Und es ist sehr wichtig, schnell aussagekräftige Antworten zu erhalten. Diese Fragen können mit dem Enterprise Meta>Environment von Ab Initio beantwortet werden.

Unterschiedliche Metadaten in verschiedenen Kontexten

Der Begriff „Metadaten“ hat in verschiedenen Branchen unterschiedliche Bedeutungen. Ab Initio verwendet den Begriff „Metadaten“ im Kontext der geschäftlichen Datenverarbeitung. Bei der Bildverarbeitung sind Metadaten z. B. Aufnahmedatum, verwendetes Gerät, Belichtungszeit usw. Auch Webseiten verfügen über Metadaten. Sie geben beispielsweise an, in welcher Sprache die Seite verfasst wurde, mit welchen Werkzeugen sie erstellt wurde und wie weitere Informationen zum jeweiligen Thema abgerufen werden können.

Erkunden und Verstehen von Metadaten

Auf der von Ab Initio entwickelten grafischen Benutzeroberfläche für Metadaten, dem EME Metadaten-Portal, können Benutzer von jedem beliebigen Punkt im System aus in jede gewünschte Richtung navigieren. Alle Metadaten werden so detailliert präsentiert, wie es für die jeweilige Zielgruppe angemessen ist. Geschäftsanwender, die Antworten auf geschäftliche Fragen suchen, werden nicht mit technischen Details überschüttet, aber Entwickler und Betriebsmitarbeiter können die für sie relevanten Details mühelos auffinden.

Angenommen, die EME hat eine bestimmte Datei als Quelle einer in einem Bericht verwendeten Berechnung identifiziert. Welche Informationen über diese Datei können Sie der EME entnehmen? Da Ab Initio hier Metadatenelemente in Beziehung zueinander setzt, können Sie über die intuitive, grafische Benutzeroberfläche interessante und wichtige Informationen über die Datei ausfindig machen, z. B.:

  • Welche Anwendungen die Datei verwenden
  • Welche Anwendungen die Datei verwenden
  • Die Datenqualität der Datei
  • Die Dateigröße im Lauf der Zeit
  • Die dokumentierten erwarteten Werte für die einzelnen Felder
  • Die tatsächlich erfassten Werte
  • Die für die Governance der Datei verantwortlichen Personen (und deren Vorgesetzte)
  • Dokumentation über die geschäftliche Bedeutung der Datei und die Verwendung ihrer einzelnen Felder
  • Die Beziehung der Datei zu logischen Modellen und ähnlichen Dateien, z. B. Datenbanktabellen und Messages
  • Eine Liste der Programme, die die Datei schreiben oder lesen

Der folgende Screenshot zeigt die EME bei der Navigation durch Metadaten. Die zugrunde liegende Ansicht ist ein Lineage-Diagramm, in dem eine Reihe von Dateien und deren Verarbeitungsbeziehungen angezeigt werden. Jedes der Overlays zeigt eine andere Art von Metadaten, die alle mit dem gleichen Metadatenelement verknüpft wurden.

Die EME kann die
DATA LINEAGE anzeigen und:
INFORMATIONEN ÜBER DATENVERANTWORTLICHE
BETRIEBSSTATISTIKEN
DATENPROFIL- ERGEBNISSE
KONZEPTIONELLE DEFINITIONEN
DATEIDETAILS
ZUWEISUNGS- SPEZIFIKATIONEN
OBJEKTBEZIEHUNGEN
DATENQUALITÄTSKENNZAHLEN
WÄRMEBILD ZUR BEWERTUNG DER DATENQUALITÄT
SEMANTISCHE MODELLE
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Metadatenintegration

Schon die Erfassung so vieler Metadaten und deren Speicherung in separaten Depots ist eine beträchtliche Leistung, aber die EME leistet noch mehr. Sie zeigt Beziehungen zwischen den Metadatenelementen auf und erhöht somit deren Wert, indem sie den Benutzern, die im Unternehmen mit den Metadaten arbeiten, einen tieferen Einblick in die geschäftlichen Zusammenhänge vermittelt.

Die Herausforderung besteht natürlich darin, alle diese Metadaten auf nützliche Weise zusammenzustellen. In großen und komplexen Organisationen mit heterogenen verteilten (möglicherweise sogar globalen) Umgebungen ist diese Herausforderung besonders groß, da Probleme mit Skalierbarkeit und Integration auftreten können. Wie können Metadaten aus so unterschiedlichen Quellen und Technologien gesammelt werden? Wie können so viele Informationen verarbeitet werden? Wie können sie intelligent gespeichert und angezeigt werden, ohne die Benutzer zu überfordern oder die Aussagekraft der Inhalte abzusenken? Wie können Metadaten aus verschiedenen Geschäftsbereichen, Ländern und sogar Sprachen zusammengeführt werden?

Die EME integriert alle in ihr gespeicherten Arten von Metadaten und erhöht somit deren Wert um ein Vielfaches. Diese Integration ermöglicht beispielsweise eine durchgehende technologieübergreifende Data Lineage, konsolidierte Betriebsstatistiken für eine umfassende Kapazitätsplanung sowie vollständig verknüpfte Datenprofilstatistiken und Datenqualitätskennzahlen.

Es beginnt damit, dass alle Informationen über die Definition und Ausführung von Ab Initio-Anwendungen automatisch erfasst und in die EME geladen werden. Dazu gehören Geschäftsregeln, Datenstrukturen, Anwendungsstrukturen, Dokumentation und Laufzeitstatistiken. Da Benutzer durchgehende, umfassende Betriebsanwendungen mit dem Co>Operating System erstellen, werden alle Informationen über diese Anwendungen automatisch erfasst.

Diese Metadaten werden dann mit externen Metadaten integriert, und zwar durch einen kombinierten Einsatz des Metadaten-Importers der EME und der hoch entwickelten Metadatenverarbeitung des Co>Operating Systems.

Da die Ab Initio-Software die Kombination von Metadaten aus verschiedenen Quellen unterstützt, können Metadaten aus einem Quellensystem mit Metadaten aus anderen Quellen angereichert werden. Beispielsweise kann der Metadaten-Importer die Kerndetails von Datenbanktabellen und -spalten aus einem Datenbankkatalog laden, die Metadaten dann mit Beschreibungen und logischen Verknüpfungen aus einem Modellierungswerkzeug anreichern und schließlich die importierten Metadaten noch mit Datenqualitätskennzahlen verknüpfen. Der Metadaten-Importer kann unter anderem externe Metadaten aus folgenden Quellen laden:

  • Berichtswerkzeuge: MICROSTRATEGY, BUSINESS OBJECTS, COGNOS …
  • Modellierungswerkzeuge: ERWIN, ERSTUDIO, RATIONAL ARCHITECT …
  • Systemkataloge für alle großen und die meisten kleineren relationalen Datenbank-Management-Systeme
  • Tabellen – üblicherweise Kalkulationstabellen mit vordefinierten Vorlagen oder kundenspezifischen Layouts gespeichert
  • Auf Industriestandard basierende Protokolle für den Austausch von Metadaten, darunter CWM XMI (Common Warehouse Model XML Metadata Interchange Format)

Metadaten aus benutzerdefinierten Quellen und solchen, die keinem Standard entsprechen, können ebenfalls importiert und in die EME integriert werden. Benutzer können die leistungsstarken Datenverarbeitungsfunktionen des Co>Operating Systems auf beliebig komplexe Quellen von Metadaten anwenden. Das Co>Operating System kann Metadaten aus diesen nicht standardmäßigen Systemen extrahieren, sie nach Bedarf verarbeiten, in die EME laden und dort mit anderen Metadaten integrieren.

Verschiedene Arten von Metadaten

Die EME integriert eine Vielzahl verschiedenster Metadaten und ist uneingeschränkt erweiterbar. Der Benutzer kann von der Startseite des Metadaten-Portals aus direkt durch den Metadatentyp navigieren, für den er sich gerade interessiert:

Von dieser Seite aus können Sie ein Themengebiet auswählen und per Drill-Down Folgendes anzeigen:

Metadaten zu Projekten und Anwendungen. Die EME speichert und verwaltet alle Informationen zu Ab Initio-Projekten und den darin enthaltenen Anwendungen. Projekte sind in Hierarchien organisiert und können gemeinsam genutzt oder privat gehalten werden. Die EME verfolgt, welche Projekte auf andere Projekte verweisen, und sie verfolgt alle Objekte innerhalb eines Projekts.

Details zu Anwendungsversionen. Die EME verwaltet vollständige Versions- und Historieninformationen zu jedem Detail der Ab Initio-Anwendungen. Unterschiede zwischen den Versionen von Graphen, Datensatzformaten und Transformationsregeln werden grafisch dargestellt. Benutzer können Details zu genau den Versionen anzeigen, die in der Produktion verwendet werden.

Benutzer, Gruppen, Sperren und Berechtigungen. Die EME erlaubt, die Zugriffssteuerung für alle Metadaten zu verwalten. Zudem bietet die EME als Teil ihres umfassenden Quellcodemanagementsystems einen exklusiven Sperrmechanismus für ganze Anwendungen oder Anwendungsteile, um zu verhindern, dass Entwickler unkoordiniert am gleichen Code arbeiten.

Hierarchische Organisation von Metadaten. Metadaten können in beliebigen Hierarchien und Verzeichnissen organisiert werden, um die geschäftliche Bedeutung besser zu erfassen und eine gezielte Navigation zu ermöglichen.

Data Dictionaries. Die EME unterstützt die Erstellung von mehreren Data Dictionaries bzw. konzeptionellen Datenmodellen. Ein Data Dictionary kann eine einfache hierarchische Liste von geschäftlichen Begriffen sein oder ein komplexeres semantisches Modell mit verflochtenen Beziehungen zwischen geschäftlichen Begriffen.

Unternehmensweite Deployments haben in der Regel mehrere Data Dictionaries – eines für jeden Geschäfts- oder Produktbereich sowie eines, das als Unternehmensmodell dient. In der EME sind bereichsspezifische geschäftliche Begriffe direkt mit Spalten und Feldern verknüpft und haben Beziehungen zum Unternehmensmodell. So können Geschäftskonzepte unternehmensweit harmonisiert werden, ohne dass die einzelnen Bereiche auf eigene Data Dictionaries verzichten müssen.

Metadaten aus Berichtswerkzeugen. Die EME importiert Metadaten aus allen wichtigen Business-Intelligence (BI)-Berichtswerkzeugen, einschließlich MICROSTRATEGY, BUSINESS OBJECTS und COGNOS. Dazu gehören Details zu Berichten und Berichtsfeldern sowie interne Berichtsobjekte wie Fakten, Kennzahlen, Attribute und Aggregate. Mit Lineage-Abfragen können die Berechnungen der verschiedenen Berichtsfelder in die BI-Tools hinein und zurück bis zum Data Mart oder Data Warehouse und von dort bis zu den ursprünglichen Quellen verfolgt werden.

Metadaten aus Datenbanksystemen. Die EME importiert Metadaten (Schemata, Tabellen, Spalten, Ansichten (Views), Schlüssel, Indizes und Stored Procedures) aus vielen Datenbanksystemen. Zudem führt die EME Lineage-Analysen durch mehrere Ebenen von Ansichten und Stored Procedures durch. Bei großen Datenbanksystemen bietet die EME oft die einzige Möglichkeit, den Zusammenhang zwischen Datenbanktabellen, Ansichten und Prozeduren zu verstehen – insbesondere für Abfragen zur Impaktanalyse, bei Aktivitäten zur Wiederverwendung von Tabellen und bei Konsolidierungsprojekten.

Metadaten aus Dateien. Die EME importiert Metadaten zu Dateien, einschließlich komplexer hierarchischer Datensatzformate wie XML und COBOL-Copybooks.

Durchgehende Data Lineage. Die EME erstellt vollständige Modelle des Datenflusses durch ein Unternehmen, indem sie Metadaten aus einer Vielzahl unterschiedlicher Verarbeitungssysteme, Berichtswerkzeuge, Datenbanksysteme, ETL-Produkte, SQL-Skripte usw. sammelt. Dank dieses integrierten Modells können Benutzer Informationen zur Data Lineage aus dem System abrufen, also dazu, wie die Daten berechnet wurden und welche Auswirkungen eine Änderung hat.

Systemdiagramme. Die EME speichert grafische Bilder, die Systemdiagramme oder andere Diagramme der Metadatenorganisation darstellen können. Wenn ein Benutzer im Metadaten-Portal auf ein verlinktes grafisches Element in einem Diagramm klickt, navigiert er zu dem damit verbundenen Metadaten-Objekt.

Logische Modelle. Die EME importiert logische und physische Modelle aus gängigen Modellierungswerkzeugen. Sie modelliert Verknüpfungen von logischen Modellen zu physischen Modellen, die dann mit den Schemainformationen in den Datenbanken zusammengeführt werden.

Domänen und Referenzdaten. Die EME speichert Referenzdaten, einschließlich Domänen und Referenzcodewerten. Sie kann als primäres Verwaltungswerkzeug für bestimmte Referenzdaten eingesetzt werden oder eine Kopie von Referenzdaten aus einem anderen System verfolgen und verwalten. Sie unterstützt auch Codezuweisungen zwischen logischen Domänenwerten und mehreren physischen Kodierungen.

Datenprofile. Die EME speichert Datenprofilergebnisse und verknüpft sie mit Dateien und einzelnen Feldern. Es werden viele Statistiken berechnet, beispielsweise gemeinsame Werte und Datenverteilungen. Diese Statistiken können auf Anforderung oder automatisch als Teil einer Ab Initio-Anwendung berechnet werden.

Betriebsstatistiken. Das Co>Operating System erzeugt Laufzeitstatistiken für jeden Job und für jede Datei, die gelesen oder geschrieben wird. Diese Statistiken können zur Trendanalyse und Kapazitätsplanung sowie für allgemeine betriebliche Abfragen in der EME gespeichert werden.

Datenqualitätskennzahlen. Um ein umfassendes Datenqualitätsprogramm zu unterstützen, berechnet die Ab Initio-Software Statistiken zur Datenqualität und Fehleraggregate, die dann in der EME gespeichert werden. Die EME kann Datenqualitätskennzahlen für einzelne Dateien und für Sammlungen von Dateien analysieren und anzeigen. Datenqualitätskennzahlen können auch mit Data Lineage kombiniert werden, um ein „Wärmebild“ („heat map“) zu erstellen, das zeigt, wo im Unternehmen Probleme mit der Datenqualität auftreten.

Vorabspezifikationen für die Entwicklungsphase. Im Rahmen des Entwicklungsprozesses kann die EME Zuweisungsspezifikationen erfassen. Das Metadaten-Portal ermöglicht es Analysten, bestehende oder vorgeschlagene Quellen und Ziele mit beliebigen Zuweisungsausdrücken zu spezifizieren. Wenn Benutzer Zuweisungen mit der EME definieren, können sie sehen, wie die Zuweisungen sich in das Gesamtbild der Unternehmens-Lineage einfügen.

Diese Spezifikationen können als Arbeitsgrundlage für ein Entwicklungsteam dienen und zur dauerhaften Erfassung der Anforderungen eingesetzt werden. Nach dem Deployment in der Produktionsumgebung zeigt die EME diese Spezifikationen in Lineage-Diagrammen neben den tatsächlichen Implementierungen weiterhin an.

Datenmaskierungsregeln. Die EME speichert Datenmaskierungsregeln, die auf die Daten angewendet werden können, die durch Ab Initio-Anwendungen fließen. Die Ab Initio-Software hat viele integrierte Regeln, und Benutzer können auch eigene Maskierungsalgorithmen definieren. Diese Regeln können Feldern, Spalten oder geschäftlichen Begriffen im konzeptionellen Modell zugeordnet werden. Wenn Datenmaskierungsregeln auf der konzeptionellen Ebene verknüpft sind, werden sie automatisch auf die entsprechenden physischen Spalten und Felder angewendet.

Datenverantwortliche und Metadaten zu Personen und Gruppen. Die EME speichert Metadaten zu Personen und Gruppen. Diese Metadaten können mit anderen Metadaten-Objekten verknüpft werden, um Rollen bei der Daten-Governance, wie z. B. den Datenverantwortlichen, zu dokumentieren. Metadaten zu Personen und Gruppen können automatisch aus externen Systemen wie LDAP-Servern des Unternehmens importiert werden.

Integrierte und benutzerdefinierte Metadatenberichte. Die EME stellt viele integrierte Berichte bereit. Benutzer können auch eigene Berichte definieren, die mit in der EME gespeicherten Metadaten ausgeführt werden und über das Metadaten-Portal zugänglich sind.

Benutzerdefinierte Metadaten. Benutzer können das EME-Schema erweitern, um eine Vielzahl von zusätzlichen Metadaten in die EME zu integrieren. Zu solchen Schemaerweiterungen zählen das Hinzufügen von Attributen zu vorhandenen Objekten sowie das Erstellen neuer Metadaten-Objekte, die mit bereits vorhandenen Metadaten verknüpft werden können. Benutzer können die Benutzeroberfläche der EME mühelos anpassen, um standardmäßige und benutzerdefinierte Metadaten tabellarisch und grafisch anzuzeigen.

Die EME ist ein offenes System

Die EME ist ein offenes System, das auf Technologien nach Industriestandard basiert:

  • Ein veröffentlichtes, erweiterbares relationales Schema. Die EME ist mit einem umfangreichen Metaschema vorkonfiguriert, das die verschiedensten Arten Metadaten umfasst. Das Metaschema kann angepasst und um benutzerdefinierte Tabellen und Spalten erweitert werden, um eine Vielzahl benutzerdefinierter Metadaten zu unterstützen. Die EME verwaltet diese Erweiterungen und Anpassungen in Kombination mit den integrierten Metadaten-Objekten und ermöglicht eine umfassende Anpassung von Ansichten und Berichten.
  • Eine standardmäßige kommerzielle relationale Datenbank (derzeit ORACLE, DB2 oder MICROSOFT SQL SERVER), die alle Geschäftsmetadaten sowie Zusammenfassungen der Betriebsmetadaten und technischen Metadaten speichert. Die technischen Metadaten werden in einem Objektdatenspeicher gespeichert, auf den per ODBC zugegriffen werden kann.
  • Eine grafische Benutzeroberfläche, die mit jedem standardmäßigen Webbrowser dargestellt werden kann. Darüber hinaus unterstützt die EME die Navigation zu externen Repositories mit detaillierten Metadaten wie beispielsweise Dokumenten-Management-Systeme, Bilddatenbanken und Produkten von Drittanbietern.
  • Eine dreistufige Architektur mit gängiger Anwendungsservertechnologie. Oberhalb der Datenbank verwaltet ein standardmäßiger JAVA-Anwendungsserver (derzeit WEBSPHERE, WEBLOGIC, JBOSS oder APACHE TOMCAT) die Sicherheit, berechnet rollenbasierte Ansichten und implementiert die Abläufe, die im Zusammenhang mit der Metadatenverwaltung stehen.
  • Unterstützung für externe Berichtswerkzeuge. Während die EME über das Metadaten-Portal eine Vielzahl von integrierten Berichten unterstützt, können Berichtsprodukte von Drittanbietern auch direkt auf die Metadaten in der Datenbank zugreifen, um benutzerdefinierte Berichte zu erstellen. Das relationale Schema ist vollständig dokumentiert und bietet vorkonfigurierte Datenbankansichten, die diese Berichtswerkzeuge unterstützen.
  • Web-Service-APIs für serviceorientierte Architekturen und Metadaten als Service. Über diese Schnittstellen können externe Systeme Geschäftsmetadaten abfragen und Änderungen an Metadaten anfordern. Zudem können externe Systeme Änderungen an den Metadaten subskribieren und sich somit von der EME benachrichtigen lassen, wenn genehmigte Änderungen vorgenommen werden. Wenn die EME beispielsweise gültige Werte verwaltet, kann der Genehmigungsablauf (siehe unten) Nachrichten an externe Verarbeitungssysteme senden, um die gültigen Werte in deren Zwischenspeicher-Lookups zu aktualisieren.
  • Metadatenexporte. Neben den Datenzugriffsschnittstellen bietet die EME auch viele Möglichkeiten zum Exportieren von Metadaten. Beispiel:
    • Nahezu jede tabellarische EME-Ansicht kann per Mausklick in eine EXCEL-Tabelle konvertiert werden.
    • Die EME kann Metadaten in CWM XMI, dem neu aufkommenden Standard für den Metadatenaustausch, exportieren.
    • Die EME kann ein BUSINESS OBJECTS-Universum generieren und es mit Metadaten füllen.

Metadaten-Governance

Die EME bietet hoch entwickelte Governance-Prozesse, die individuell an die Anforderungen großer Unternehmen angepasst werden können.

Für technische Metadaten (Anwendungen und Geschäftsregeln) unterstützt die EME ein vollständiges Quellcodemanagementsystem mit Einchecken/Auschecken, Sperren, Versionieren, Verzweigen und Ermitteln von Unterschieden.

Für Geschäfts- und Betriebsmetadaten bietet die EME einen integrierten Metadaten-Governance-Ablauf, einschließlich Arbeits-Queues, Genehmigungen und Audit-Trails. Die EME kann auch Schnittstellen zu externen Genehmigungsablaufwerkzeugen bilden. Der für Vorschlags- und Genehmigungsabläufe eingesetzte Mechanismus der EME basiert auf Changesets. Benutzer erstellen Changesets, um Ergänzungen, Aktualisierungen und/oder Löschungen von Metadaten vorzuschlagen, und reichen diese dann zur Genehmigung ein.

Der folgende Screenshot zeigt den Prozess der Changeset-Einreichung:

Wenn ein Benutzer ein Changeset zur Genehmigung einreicht, sendet die EME eine E-Mail an die zuständigen Metadatenverantwortlichen. Diese Verantwortlichen können die vorgeschlagenen Änderungen prüfen und genehmigen oder ablehnen. Ist das Changeset genehmigt, wird es übernommen und somit für alle Benutzer sichtbar.

Die EME unterstützt außerdem die Integration von Changesets über ihre Web-Service-API sowie mit externen Ablaufgenehmigungs-/BPM-Systemen wie AQUALOGIC von ORACLE. In diesem Fall wird das externe Ablaufsystem für das Kommunizieren von Einträgen in den Arbeits-Queues, das Dokumentieren der Kommunikation, das Verwalten von Eskalationen und das Auflösen des Endstatus eingesetzt.

Alle genehmigten Changesets führen zu neuen Versionen der Metadaten in der EME. Die EME verwaltet den vollständigen Verlauf aller vorherigen Versionen und ihrer Details.

Ein Wort zum Schluss

Für Großunternehmen war das unternehmensweite Metadaten-Management lange Zeit ein wünschenswertes, aber unerreichbares und unzweckmäßiges Ziel. In passiven „Repositories“ (die in vielen Fällen lediglich erweiterte Data Dictionaries waren) wurde nur ein Bruchteil der relevanten Metadaten gespeichert. Außerdem wurden viele dieser Repositories schnell zu veralteten und überholten Metadaten-„Inseln“. Die Organisationen, für die ein umfassender Ansatz zum Metadaten-Management besonders wichtig gewesen wäre – komplexe, globale Unternehmen mit inhärenten Skalierbarkeitsproblemen, unterschiedlichen Metadatenquellen, geschäftsbereichsübergreifenden Sicherheitsproblemen und enormen Datenmengen –, hatten die geringsten Erfolgsaussichten.

Aber mit dem Enterprise Meta>Environment von Ab Initio ist Metadaten-Management jetzt auch für die größten Unternehmen möglich. Einige Beispiele:

  • Eine große, global tätige Bank kann endlich die Anforderungen der zuständigen Regulierungsbehörde hinsichtlich der Überprüfbarkeit ihrer Buchhaltungszahlen erfüllen. Zu diesem Zweck wird mithilfe der EME ein vollständiges, unternehmensweites Datenqualitätsprogramm mit Qualitätsmessungen an verschiedenen Punkten der Data Lineage implementiert.
  • Ein großes Finanzinstitut spart beim Austausch eines wichtigen Softwaresystems einige zehn Millionen Dollar, da die EME ein umfassendes Verständnis der Funktionsweise des Legacy-Codes ermöglichte, sodass Geschäftsanwender gemeinsam mit IT-Mitarbeitern beschreiben konnten, wie das Ersatzsystem funktionieren soll. So wurden viele bereits eingeplante Personenjahre einfach eingespart.
  • Mehrere multinationale Unternehmen mit äußerst komplexen IT-Umgebungen – Aktivitäten in bis zu 100 Ländern, Tausende von ganz verschiedenen Systemen und Hunderttausende von Dateien, Datenbanktabellen und Nachrichten – nutzen die EME als Vermögensverwaltungssystem, um sämtliche Daten zu inventarisieren und ihre Bedeutung und ihren Wert zu definieren. Diese Unternehmen haben erkannt, dass Datenelemente ebenso Vermögenswerte sind wie Firmenwagen, Gebäude und Bürogeräte, und dass sie entsprechend erfasst und verfolgt werden sollten.

Die EME von Ab Initio wurde nicht über Nacht am Reißbrett entworfen und auch nicht im Elfenbeinturm konzipiert, sondern ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit mit Unternehmen wie diesen.

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